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Stadtharmonie Zürich Oerlikon-Seebach

Sinfonietta #1 for wind orchestra
Bart Picqueur (*1972)

Extreme Make-Over: Metamorphoses on a Theme by Tchaikovsky
Johan de Meij (*1953)

Sinfonietta #1 for wind orchestra

Der belgische Komponist Bart Picqueur schuf 2017 mit der Sinfonietta #1 eine gekürzte Version seiner im selben Jahr uraufgeführten 50-minütigen Sinfonie Nr. 1 «KRKA». Picqueur behielt die klassische viersätzige Struktur bei, das Material reduzierte er nach Möglichkeit. Die vier Sätze reihte er nahtlos aneinander. Das Ergebnis ist jedoch keine Verbindung von Fragmenten der ursprünglichen Sinfonie, sondern eine in Form und Gehalt ausgewogene Neukomposition.

Obwohl Picqueur das Werk als explizit nicht programmatisch beschreibt, haben die vier Sätze Überschriften. Sie repräsentieren allgemeine Attribute wie Handwerkskunst, Liebe, Humor und Einheit – Wesensmerkmale des Orchesters, welches die ursprüngliche Sinfonie bestellt hatte. Der erste Satz ist formal als klassischer Sonatensatz aufgebaut. Im zweiten Satz überwiegt lyrische Thematik. Es folgen ein Scherzo und das grandiose choralartige Finale.

Extreme Make-over

«Extreme Make-over» des Niederländers Johan de Meij aus dem Jahre 2006 besteht aus einer Reihe musikalischer Metamorphosen nach einem Thema aus Peter Iljitsch Tschaikowskys (1840–1893) bekanntem «Andante cantabile» aus dem Streichquartett Nr. 1 in D-Dur op. 11. Das Thema basiert auf einem russischen Volkslied. In «Extreme Make-over» wird es zunächst in seiner ursprünglichen Form von einem Saxophonquartett eingeführt. In den folgenden Metamorphosen zitiert De Meij verschiedene weitere Werke Tschaikowskys. Er verwendet beispielsweise Fragmente aus dessen vierter und sechster Sinfonie und aus der Fantasie-Ouvertüre «Romeo und Julia». Bevor das Werk seinen festlichen Abschluss findet, ist ein unkonventionell-effektvolles Instrumentarium gefordert: zehn verschieden gestimmte Flaschen.

Das Orchester, damals «Harmonie Seebach-Oerlikon» getauft, wurde 1884 von 11 Musikanten gegründet. Heute, fast 140 Jahre später, dürfen wir auf ein langes und bewegtes Vereinsleben zurückblicken, wo musizieren auf hohem Niveau tatsächlich immer im Fokus stand, und steht. Das aktuell 80-köpfige ausgebaute sinfonische Blasorchester, das seit 1929 in der Höchstklasse mitspielt, versucht sich selbst ständig herauszufordern mit spannenden Konzertprogrammen und regelmässigen Teilnahmen an Wettbewerben. Die Stadtharmonie hat es sich zum Ziel gesetzt, möglichst alle Instrumente mit eigenen Musikanten zu besetzen, so z. B. auch Spezialinstrumente wie Englischhorn oder Bassflöte. Nur wenn die Instrumentierung über den Bestand des Orchesters hinausgeht, werden externe Musiker hinzugezogen.

Seit 2005 ist Carlo Balmelli der musikalische Leiter der Stadtharmonie Zürich Oerlikon-Seebach und massgeblich für ihre musikalische Weiterentwicklung verantwortlich. Daneben engagiert er sich in der Nachwuchsförderung, sei es als Musikschulleiter der Musikschule des Conservatorio della Svizzera italiana oder als Lehrer an diversen Musikschulen im Tessin.

https://stadtharmonie.ch